Liebe Internet-Freunde,

den ARD-Ratgeber Internet gibt es nur etwa alle vier Wochen – in der Zwischenzeit kann viel passieren. Macht nichts, denn dank Update bleiben Sie in der Zwischenzeit auf dem Laufenden: In dem wöchentlichen Videoblog berichtet ARD-Internetexperte Jörg Schieb, was in der Woche Spannendes passiert ist: Neue Trends, aktuelle News und interessante Fundstellen – alles, was Sie wissen müssen.

11.05.2012 15:09

Mit Hangout OnAir live senden, mit Facebook komfortabler Apps verwalten und mit dem Zugmonitor live aktuelle Zugverbindungen überprüfen

Mit dem Onlinedienst “Hangout” von Google+ kann man mit bis zu zehn Personen Live-Videokonferenzen abhalten, sich beim Chatten und Plaudern anschauen. Gratis. Jetzt hat Google seinen Onlinedienst aufgebohrt: Mit “Hangout OnAir” kann jeder kostenlos Live-Videostreams ins Netz stellen und auf diese Weise beliebig viele Menschen übers Netz erreichen. So etwas war bislang Promis und Fernsehsendern vorbehalten und außerdem recht teuer. Doch jetzt kann jeder sein eigenes kleines Online-Fernsehprogramm starten und so viele Menschen im Internet zuschauen lassen wie er möchte. Live.

In 40 Ländern funktioniert das schon mit Hangout OnAir – in Deutschland allerdings nicht. Eine offizielle Begründung dafür gibt es noch nicht. Aber es liegt wohl daran, dass man in Deutschland bei Livesendungen mit mehr als 500 Zuschauern eine Sendelizenz benötigt. Es gibt also rechtliche Beschränkungen – mal wieder. Hatten wir das nicht schon öfter? Wie schade, denn Hangout OnAir kann wirklich praktisch sein: Die Veranstaltung in der Schul-Aula übertragen, das kleine private Konzert in der Kneipe, die Hochzeitszeremonie… Hangout OnAir könnte wirklich praktisch sein.

Praktisch ist auch das, was sich Facebook ausgedacht hat. Es gibt mittlerweile Tausende von Facebook-Apps, die eng mit Mark Zuckerbergs Onlinedienst verzahnt sind. Eigentlich kaum zu glauben, aber bislang gibt es keine praktische Übersicht über diese Apps. Kurz vor dem Börsengang hat Facebook nun ein “App Center” angekündigt, das dieses Manko beseitigen soll. Eine zentrale Anlaufstelle für alle, die sich über Facebook-Apps informieren wollen. Alle Apps werden hier nicth auftauchen, nur solche, die von Facebook geprüft und für gut befunden wurden. Ab sofort können sich App-Entwickler bewerben.

Die Idee ist gut – und so ein Service längst überfällig. Was man mal loben muss: Facebook will keine Apps verkaufen, kein Geld verdienen. Jedenfalls jetzt noch nicht. Auf Mobilgeräten wie iPhone und Android verlinkt das App-Center bei Bedarf auf den App Store von Apple oder Google Play, den Download-Bereich der Android-Welt. Früher oder später wird Facebook aber ganz sicher auch Geld verdienen wollen mit dem App Center. Lange wird es kaum dauern. Erst mal Börsengang – dann neue Einnahmequellen nutzen. Wollen wir wetten?

Richtig praktisch ist auch, was sich die Süddeutsche Zeitung ausgedacht hat. Sie hat mit dem Zugmonitor einen Onlinedienst gestartet, der Auskunft über Verspätungen der Deutschen Bahn gibt. Hier sind alle Fernverkehrszüge aufgelistet, die derzeit auf deutschen Schienen rollen. Man kann nicht nur die aktuelle Position sehen, sondern auch, ob und wieviel die Züge zu spät sind, wann sie den nächsten Bahnhof einlaufen. Ein beeindruckendes Projekt.

Liebe Grüße,
Ihr Jörg Schieb

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04.05.2012 12:52

Plant Microsoft ein Abomodell für seine Xbox 360?

Gerüchten zufolge plant Microsoft ein Abomodell für seine Spielekonsole Xbox 360. So ähnlich wie Mobilfunkanbieter gesponsorte Handys anbieten, will Microsoft seine Konsokle günstiger feilbieten: Man bekommt das Spielgerät künftig womöglich schon für 99 Dollar, sogar mit Gestensteuerung Kinect ausgestattet, und zahlt dann zwei Jahre lang 15 Dollar (10 Euro) im Monat ab. Dafür wiederum gibt es dann Zugang zum Onlinedienst Xbox live. Der enthält nicht nur Spiele, sondern mittlerweile auch Spielfilme auf Abruf. Gut möglich, dass einzelne Spielfilme oder auch ansonsten kostenpflichtige Fernsehsendungen dann im Paketpreis enthalten sind.

Das Ziel – ganz klar: Microsoft will im Wohnzimmer Fuß fassen. Apple versucht mit Apple TV dasselbe, Google mit Google TV. Die Spielekonsole Xbox 360 ist da eine gute Alternative. Wer im Wohnzimmer Fuß fasst, hat gute Chancen, eine Menge Aufmerksamkeit zu ergattern – und Geld zu verdienen. Die Strategie ist überzeugend. Man muss sich nur von dem Gedanken lösen, dass Microsoft ausschließlich Spielefans ansprechen will. Das will Microsoft definitiv nicht.

Es gibt wieder Futter für die Online-Community. Es ist ein Video ist aufgetaucht, so eine Art Kriegsfilm-Groteske. Etwas über acht Minuten lang. In der Machart der Kriegsberichterstattung des zweiten Weltkriegs. Der Film zeigt einen tobenden Krieg zwischen Apple und IBM. Das Apple-Heer will die Menschen von der bösen Macht IBM befreien, so in etwa. Bedingt witzig, aber doch zumindest gut gemacht. Allerdings soll der Film in den 80er Jahren entstanden sein, als Apple tatsächlich IBM als Gegner auserkoren hatte. Nun wird im Netz diskutiert, ob das Video wirklich aus der Zeit sein kann – oder ob es jetzt erst hergestellt und geschickt im Web platziert wurde, um einen viralen Marketingeffekt zu erzielen.

Dafür, dass das Video echt sein könnte, spricht, dass der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs kurz darin vorkommt und noch recht jung aussieht. Dagegen spricht, dass im Video mal ein Apple-Logo zu sehen ist, das erst viel später entworfen wurde. Letztlich ist es aber egal: Das Video macht die Runde. Unaufhaltsam.

Zum Schluss noch ein nettes Spiel, das ich entdeckt habe: Google Cube. Hier muss der Spieler versuchen, eine virtuelle Kugel durch ein Labyrinth zu bugsieren, von A nach B, und das möglichst schnell. So etwas gibt es als Geschicklichkeitsspiel mit echten Kugeln. Auf dem PC ist eine andere Form von Geschicklichkeit gefragt. Auf einem Tablet sieht das anders aus: Da diese über Bewegungssensoren verfügen, kann man tatsächlirch durch einfühlsames Kippen die virtuelle Kugel steuern. Auf Tischcomputern ist die Maus gefragt – macht auch Spaß, aber nicht ganz so viel wie auf einem Tablet.

Wer genauer hinsieht, erkennt: Das Labyrinth sind Google-Maps-Karten. Der Spieler muss Straßen und Wege benutzen, um die Kugel ins Ziel zu bekommen. Witziger Einfall.

Liebe Grüße,
Ihr Jörg Schieb

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27.04.2012 14:32

Über schlechtes Krisenmanagement, neue Online-Festplatten und eine versteckte Funktion in der Google-Suche

Sicherheitslücken sind immer ärgerlich. Die entscheidende Frage ist: Wie geht man als Verantwortlichr damit um, wenn ein Sicherheitsleck bekannt wird? Die Telekom musste diese Woche zugeben, dass verschiedene Modelle der WLAN-Router aus der Speedport-Reihe ein erhebliches Sicherheitsleck haben. Angreifer können sich mit einer Standard-PIN in die Geräte einklinken, selbst wenn die Besitzer der WLAN-Router die PIN geändert haben, ja teilweise sogar dann, wenn die eigentliche Funktion, die das Sicherheitsleck enthält, auf dem Gerät abgeschaltet wurde.

Ein Albtraum – und wirklich sicherheitsrelevant. Doch die Telekom informiert auf ihrer Homepage nur in einem zurückhaltenden Textkästchen über diese Panne. Für den Verkauf neuer Produkte wie die Cloud-Dienste der Telekom wird nicht nur mehr Platz eingeräumt, es ist auch hübscher, bunter, auffälliger. Ist das ein gutes Krisenmanagment? Ich meine: Nein! Das ist vielmeh beschämend.

Pannen können passieren. Aber man muss sich seiner Verantwortung stellen. Und auch schnell eine Lösung anbieten. Alles Fehlanzeige in diesem Fall.

Microsoft und Google haben diese Woche eigene Online-Festplatten gestartet. Microsoft sein Skydrive, Google sein Google Drive. Microsoft stellt 7 GB kostenlos zur Verfügung, Google immerhin 5 GB. Der bisherige Platzhirsch in Sachen Online-Festplatten, Dropbox, wirkt mit 2 GB eher mickrig (allerdings kann man hier deutlich mehr bekommen, wenn man Dropbox weiter empfiehlt).

Google und Microsoft integrieren ihre Online-Festplatten fest in ihre Betriebssysteme und Online-Strategien. Das macht Skydrive und Google Drive recht interessant. Dennoch: Während Microsoft zwar die Apple-Welt, nicht aber Android unterstützt und Google umgekehrt zwar Android und Windows, aber ansonsten nur Macs, aber kein iPhone oder iPad, muss und sollte man ganz genau hinschauen, welche Online-Festplatte man benutzen möchte. Dass man immer mehr Auswahl hat, ist jedenfalls gut und begrüßenswert.

Zum Schluss noch ein kleiner Gag, eine versteckte Funktion in der Google-Suche: Wer hier “Zerg Rush” eingibt, ein Begriff aus der Spielewelt, aktiviert ein kleines Onlinespiel. Die Webseite mit den Treffern wird von “O”s angegriffen, die man als Benutzer mit dem Mauscursor erwischen und anklicken soll. Doch es sind so viele Angreifer-”O”s, dass man das Spiel nicht gewinnen kann… Netter Gag. :)

Liebe Grüße,
Ihr Jörg Schieb

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23.04.2012 16:23

Google muss Musik aussperren, Facebook führt zwingend E-Mails ein und “The Ugly Dance”

Google und Gema werden wohl keine Freunde. Schon seit Jahren versuchen sich Google als Betreiber der Videoplattform Youtube und die Gema als Rechtevertreter der Musikbranche zu einigen. Doch es gelingt nicht: Noch immer gibt es keinen Vertrag zwischen den beiden. Der wäre aber nötig, damit klar wäre, wieviel Google pro ab- oder angespietem Song in einem Video zu zahlen hat. Google will zahlen – aber weniger, als die Gema haben möchte. Auch über die Modalitäten gibt es keine Einigkeit.

Nur aus diesem Grund bekommen deutsche Internetbenutzer immer wieder einen Hinweis zu sehen, das angesteuerte Video wäre in Deutschland nicht verfügbar – aufgrund von Rechteproblemen. Nun haben sich Google und Gema auch noch vor dem Landgericht Hamburg getroffen. Nicht, um über die Höhe des Entgelts zu streiten, sondern um die Frage zu klären, ob Google direkt nach dem Upload durch einen User prüfen muss, ob darin Musik enthalten ist. Google meint: Nein. Die Gema meint: Ja. Das Landgericht Hamburg sagt: Google muss prüfen.

Das zwingt Google nun ganz schnell an den Verhanldungstisch, denn anderenfalls drohen empfindliche Strafen und hohe Lizenzzahlungen. Ich bin sicher, dass durch das Urteil in Hamburg Bewegung in die Angelegenheit kommt. Google und Gema werden sich nun zeitnah auf einen Obolus einigen. Das wäre gut für uns Nutzer, denn so bleiben dann weniger, irgendwall vielleicht sogar gar keine Videos ausgesperrt – und das wäre doch zu wünschen.

Facebook ist immer für eine Überraschung gut. Wenige Wochen, nachdem die Chronik (Timeline) eingeführt und mittlerweile auch zwingend für alle Benutzer gemacht wurde, hat Facebook mit einer weiteren Neuigkeit überrascht: Jeder Facebook-Benutzer bekommt nun eine @facebook.com-E-Mail-Adresse. Ob er will oder nicht. Bislang war die Facebook-E-Mail freiwillig, doch jetzt soll jeder eine bekommen. Warum? Die Antwort darauf hätte man gerne.

In der letzten Ausgabe des ARD Ratgeber Internet habe ich The Ugly Dance vorgestellt. Hier kann man Fotos von Freunden (oder sich selbst)  hochladen und dann zusehen, wie ein ziemlich ungewöhnlicher Tanz aufs Parkett gelegt wird. Sieht atemberaubend verrückt aus. Viele Zuschauer wollten noch mal genau wissen, wo sie dieses interaktive Angebot finden – weshalb ich es hier gerne noch mal verlinke. Viel Spaß!

 

Liebe Grüße,
Ihr Jörg Schieb

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13.04.2012 12:16

Facebook kauft Instagram, auch Macs sind nur Menschen – und rund um die Uhr online Museen besuchen

Facebook hat diese Woche mit einer Meldung überrascht: Das soziale Netzwerk hat sich den relativ kleinen Onlinedienst Instagram einverleibt -und zahlt dafür eine Milliarde Dollar. Instagram ist eine Foto-App, die Schnappschüssen einen Retro-Chic verleiht. Außerdem lassen sich die Fotos online speichern und mit Freunden teilen. Viel mehr kann die App nicht. Gerade mal 20 Mitarbeiter hat Instagram – und 30 Millionen User weltweit. Alles nicht wirklich beeindruckend, vor allem verdient Instagram noch kein Geld. Trotzdem will Facebook die Firma haben und lässt sich das eine Menge kosten. Vermutlich will Facebook verstärkt auf die Smartphones dieser Welt… Instagram ist da eine gute Möglichkeit – und wird sicher nicht der letzte Vorstoß von Facebook in diese Richtung sein.

Diese Woche war aufregend für Mac-Benutzer, denn in dieser Woche hat ein Trojaner namens Flashback von sich Reden gemacht. Der befällt keine Windows-Rechner, sondern ausschließlich Macs. Über 700.000 Macs sollen betroffen sein. Dass es so viele werden konnten, liegt unter anderem daran, dass Apple sehr träge reagiert und eine Sicherheitslücke wochenlang nicht gestopft hat. Die Kritik an Apples Krisenmanagement wächst… Apple wird sich daran gewöhnen müssen, dass nun auch Schadprogramme für Apple-Rechner programmiert werden. Sicherheitslücken müssen definitiv schneller gestopft werden. Es reicht nicht, Tage später ein Removal-Tool anzubieten, wie in diesem Fall.

Auch ein Fundstück habe ich diese Woche, diesmal das Google Art Project. Google bietet hier Museen aus aller Welt die Möglichkeit, Exponate und Kunstwerke online herzuzeigen. Über 150 Museen aus aller Welt machen bereits mit, über 30.000 Kunstobjekte lassen sich bereits online bestaunen und teilweise auch aus der Nähe betrachten. In einigen Museen kann man à la Streetview auch virtuell durch die Gänge flanieren, etwa durch das berühme Museum Of Modern Art (MoMa) in New York. Lobenswert: Das Angebot ist komplett werbefrei – und nicht nur deshalb definitiv einen Besuch wert.

Liebe Grüße,
Ihr Jörg Schieb

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06.04.2012 11:20

Apps werden diskreter, Google tüftelt an einer Datenbrille und wie arbeiten eigentlich Datensammler?

Wir haben in der vergangenen Sendung darüber berichtet: Viele Apps sind indiskret. Sie ermittel nicht nur den aktuellen Aufenthaltsort, sondern laden auch komplette Adressbestände herunter – sogar ungefragt. Bislang gibt es in der Apple-Software iOS keine Möglichkeit, den Zugriff zu verhindern. Doch der Protest der Anwender bringt etwas. Einige App-Entwickler wie Path haben ihre Apps angepasst. Path zum Beispiel überträgt jetzt nicht mehr das komplette Adressbuch eines Users in Klartext zu den Path-Servern, sondern erzeugt sogenannte Hash-Codes und überträgt nur diese. Großer Vorteil: Die Adressen selbst bleiben im Smartphone, trotzdem kann Path ermitteln, ob die eigenen Freunde auch Path benutzen und ggf. eine Verbindung herstellen. Eine gute Lösung: Der Datenschutz bleibt gewahrt, die Funktionalität aber auch erhalten.

Gut möglich, dass wir demnächst nicht nur Menschen mit InEar-Kopfhörern auf der Straße sehen, sondern auch Menschen, die spezielle Datenbrillen tragen, die mit dem Internet verbunden sind. Google hat diese Woche offiziell bestätigt, an einer solchen Datenbrille zu arbeiten. Zwischen 250 und 600 Dollar soll sie kosten, die Hightech-Brille. Sie projeziert Daten aus dem Internet ins aktuelle Gesichtsfeld.

Wer zum Beispiel durch die Stadt läuft, kann sich nicht nur Informationen zu Gebäuden anzeigen lassen, vor denne er gerade steht, sondern auch den Weg zur Bahn. Die Datenbrille besorgt die Daten aus dem Netz und überlagert diese Infos mit dem, was man gerade sieht. Das PR-Video von Google lässt das alles sehr nützlich erscheinen. Wie das in der Praxis aussehen wird, muss sich natürlich erst noch zeigen. Fest steht: Augmented Reality, also das Verschmelzen von echter und virtueller Realität, liegt voll im Trend.

Last not least möchte ich Ihnen das Browser-Game Data Dealer ans Herz legen. Bei diesem kostenlosen Onlinespiel schlüpft der Spieler in die Rolle eines Datenhändlers. Er muss möglichst viele Daten über möglichst viele User sammeln. Wie er das macht, bleibt ihm überlassen: Er kann Flirtportale eröffnen, aber auch Daten aus sozialen Netzwerken saugen oder Gewinnspiele veranstalten. Das Ziel: Möglichst viel über die Menschen zu erfahren und die Daten anschließend zu vergolden.

“Data Dealer” will uns für das Thema Datenschutz sensibilisieren und zur Datensparsamkeit aufrufen. Das gelingt dem Spiel sehr gut, denn das Onlinegame macht die Tricks der Datenmafia deutlich – und so tappt man vielleicht in Zukunft nicht mehr gleich in jede Falle. Die Macher des Spiel verfolgen keinerlei kommerziellen Interessen, sondern wollen uns aufklären. Das gelingt sehr gut.

Liebe Grüße,
Ihr Jörg Schieb

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03.04.2012 13:29

Unzureichender Virenschutz | Geodaten in Apps abschalten | Google Maps mit 8 Bit Grafiken

Ein guter Virenschutz gehört zur Grundausstattung für jeden, der online geht – hört man immer wieder und ist vor allem für alle Windows-Benutzer auch sicher wahr und zutreffend. Doch es sollte nicht irgendein Virenschutz sein. Die Auswahl an Schutzprogrammen ist groß, doch leider taugen viele Programme nichts. Das jedenfalls ist das Ergebnis der Stiftung Warentest, die sich diverse Schutzprogramme und Firewalls angesehen hat. Mit einem vernichtenden Urteil: Nur vier Schutzprogramme verdienen den Nanen überhaupt und wehren Viren, Würmer und Trojaner zuverlässig ab. Viele Programme liefern miserable Ergebnisse ab, erkennen nicht mal 36% aller getestesten Schadprogramme.

Ein vernichtendes Ergebnis. Erstaunlich ist allerdings, dass ein kostenloses Programm besonders gut abgeschnitten hat. Die Free-Version von Avira hat eine der höchsten Trefferquoten, obwohl die Software für Privatleute gratis ist. Wer auch Phishing-Schutz und andere Funktionen haben will, muss zwar zur kostenpflichtigen Version greifen, aber auch die hat bei den Testern gut abgeschnitten.

In der letzten Sendung des ARD Ratgebers haben wir Apps vorgestellt, die auf teilweise sensible Daten zugreifen, etwa den Kontaktordner oder den aktuellen Aufenthaltsort – oft, ohne den Benutzer darüber in Kenntnis zu setzen. Immerhin: Auf iOS-Geräten kann man nachschauen, welche Apps in den letzten 24 Stunden den Aufenthaltsort ermittelt haben. Außerdem ist es möglich, für jede App separat festzulegen, ob sie die GPS-Daten nutzen darf oder nicht. In der aktuellen Update-Ausgabe zeige ich, wie das geht. Auf Geräten mit Android-Betriebssystem geht man entsprechend vor.

Ich bin durchaus etwas verspielt – und deshalb hat mich ein Aprilscherz angesprochen, den sich ein Google-Mitarbeiter ausgedacht hat: Ein Google Maps mit 8-Bit-Grafik, mit einer wirklich witzigen Retro-Ästhetik. In diesem Video wird erklärt, worum es geht: Angeblich habe Google ein Google Maps für die Spielekonsole NES (die in den 80er Jahren recht populär gewesen ist) entwickelt. In der Liveversion von Google Maps 8 Bit bekommt man Kartengrafiken im 8-Bit-Chic präsentiert. Klasse!

Liebe Grüße,
Ihr Jörg Schieb

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23.03.2012 16:14

Eine Raubkopie, die gar keine ist | Ein Tattoo ersetzt Vibrationsalarm | Virtuelle Amazonas-Tour

Der Kinofilm Verblendung ist in den USA jetzt als DVD erschienen – “Girl with the dragon tattoo” lautet der Originaltitel. Spannender Film – und ungewöhnliche Verpackung der DVD. Viele Käufer rufen verstört bei ihrem Händler an und erkundigen sich, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Denn die DVD sieht aus wie eine Raubkopie: Wie ein üblicher DVD-Rohling, auf dem jemand mit Faserschreiber schnell den Titel gekrackelt hat.

Genau so ist das auch gedacht – aber so sieht die Original-DVD tatsächlich aus. Ein Gag von Sony, die damit ein bisschen auf die Hauptfigur im Film anspielen, die sich mit Computern bestens auskennt, sich überall reinhackt und ganz sicher keine DVD kaufen würde… So viel Selbstironie hätte man Sony gar nicht zugetraut.

Gar nicht ironisch, sondern richtig ernst gemeint ist ein Patentantrag von Nokia: Der finnische Handybauer will kleine Geräte bauen, die man dicht am Körger trägt, wie ein Schmuckstück, und die durch sanftes Vibriern signalisieren, wenn das eigene Handy klingelt. Eine ganz neue Art von Vibrationsalarm, eben direkt am Körger – und nicht durch das eigentliche Handx erzeugt.

Nokia denkt sogar einen Schritt weiter: So ist ein Tattoo geplant, das den Besitzer durch sanftes Vibrieren an Termine erinnert oder ankommende Anrufe anzeigt. Möglich machen sollen das sogenannte Ferrofluide, die in das Tattoo eingearbeitet werden. Eine Spezialtinte, die magnetische Nanopartikel enthält und auf Signale des Handys reagiert. Nicht auszuschließen, dass sich der ein oder andere so etwas tatsächlich in die Haut ritzen lassen würde…

Deutlich mehr Leute dürfte da ein neues Angebot von Google Streetview interessieren: Mit dem Onlinedienst lassen sich bekanntlich 3D-Panoramaansichten von Städten auf den Rechner holen und virtuelle Rundtouren unternehmen. Nur von Städten? Nein, denn jetzt hat Google eine Gegend mit Streetview erkundet, in dem garantiert niemand eine Verpixelung beantragt: Seit dieser Woche ist auch das Amazonas-Gebiet in Streetview abgebildet. Google hat dazu Boote mit Streetview-Kamera über den Amazonas geschickt und spezielle Dreiräder mit Panoramakameras auf die vielen kleinen Wege geschickt, um alles zu erkunden. Das Ergebnis ist beeindruckend: Mit Streetview eine virtuelle Bootstour auf dem Amazonas machen – das geht jetzt.

Liebe Grüße,
Ihr Jörg Schieb

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16.03.2012 11:21

Musik-Streaming im Aufwind, Google will Antworten liefern und Webvideopreis

Musik kommt heute aus dem Netz. Aber nicht mehr zwingend als Download, sondern immer öfter als Stream – als Musik-Stream. Diese Woche ist mit Spotify ein neuer Musil-Streamingdienst in Deutschland gestartet. In Schweden gegründet, weltweit erfolgreich, 16 Millionen Songs stehen zur Auswahl. Schöner Musikdienst, keine Frage. Auch spannend, dass man sehen kann, welche Musik die eigenen Freunde gerade hören und so schöne Musiktipps bekommt. Aber: Spotify schreibt zwingend einen Facebook-Account vor. Ohne Facebook, kein Spotify. Das ist schon mehr als bedenklich, einige Datenschützer halten das sogar für unerlaubt.

Wer sich trotzdem bei Spotify anmeldet, bekommt eine unglaubliche Auswahl an Musik geboten. Die landet wahlweise im PC, auf dem Tablet, im Smartphone oder auf der Stereoanlage. Auf dem PC sogar kostenlos – wenn man Werbung über sich ergehen lassen will. Wer keine Werbung will, zahlt fünf bis zehn Euro, bekommt dann werbefreie Musik und sogar Musik aufs Smartphone. Zu denselben Preisen bieten auch rdio.com, Deezer und Simfy Musik an. Streamingdienste werden immer interessanter – und werden auch immer besser angenommen.

Auch Google hat diese Woche mal wieder für Gesprächsstoff gesorgt. Google plant nach eigenen Aussagen, die Suchmaschine zu verbessern. Künftig soll Google öfter Antworten bieten, nicht nur Linklisten und Webtreffer präsentieren. Teilweise geht das heute schon: Wer “Flug Düsseldorf-München” eingibt oder “Aktie xyz” eingibt, bekommt von Google neben den üblichen Anzeigen und Treffern auch schon konkrete Infos geboten, etwa Flugzeigen oder Aktienkurse.

In Zukunft soll das aber viel öfter passieren. Wer dann “Bodensee” eintippt, bekommt Infos zum See, Größe, Durchschittstemperatur, die besten Hotels rund herum… Google tüftelt gerade daran, wo das nötige Wissen  herkommt. Vermutlich in erster Linie aus dem Web, weshalb viele Onlinedienste sich jetzt schon beschweren, denn wenn Google Antworten liefert, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass geklickt wird. Stimmt. Die nun beginnende Diskussion ist spannend – Google will zum Weitervermittler selbst zum Antwortengeber werden. Das ist eine neue Situation.

Schauen Sie gerne Webvideos an? Ich weiß: Es gibt so viel Müll in Youtube und Co. Aber es gibt eben auch Perlen, richtig gut gemachte Videos, die anzuschauen eine echte Freude ist. Gut, dass es den Webvideopreis gibt. Denn hier gibt es solche Perlen zuhauf zu sehen: Witzig gemachte, intelligente Videos, die berühren, erheitern, zum Nachdenken anregen. Einige Filmemacher haben richtig Talent. Einfach mal die Videos in den verschiedenen Kategorien anschauen – und auch abstimmen, denn jeder kann sagen, welches Video ihm am besten gefällt. Am 31. März gibt es Auszeichnungen für die besten Videos – in den verschiedenen Kategorien.

 

Liebe Grüße,
Ihr Jörg Schieb

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09.03.2012 17:11

Die Woche der Tablets: Neues iPad 3, Windows 8 auf Tablets und Schreibmaschine als Eingabegerät

Diese Woche hat Apple das iPad der dritten Generation vorgestellt. “iPad3″ darf man aber nicht sagen – obwohl es alle tun -, denn Apple nennt die neue Generation schlicht “iPad” oder “das neue iPad”. Jedenfalls ist die neue iPad-Generation etwas fülliger als bisher, wiegt ein bisschen mehr – kostet aber exakt genauso viel wie bisher.

Neu ist das deutlich verbesserte Display: 2048 x 1036 Pixel, das ist die vierfache Auflösung zu bisher, mehr als jeder HD-Fernseher zu bieten hat. Die Auflösung ist derart hoch, dass das menschliche Auge keine einzelnen Pixel mehr wahrnehmen kann, was die Fachleute “Retina-Display” nennen. Dann hat das iPad 3 (sorry!, Macht der Gewohntheit) noch einen schnelleren Prozessor verpasst bekommt und ein neues iOS. In den USA wird auch LTE als Datenfunkstandard unterstützt, in Deutschland nicht (warum? Apple hüllt sich in Schweigen), aber HSDPA+ mit 46 MBit im Download reichen sicher auch.

Die Konkurrenz muss also Gas geben, wenn sie mithalten will – und die großen im Haifischbecken wollen mithalten, allen voran Samsung. Auch in punkto Software tut sich was, denn das neue Windows 8 naht – in der zweiten Jahreshälfte sollen erste Tablets mit Windows 8 zu haben sein. Ich habe auf der Cebit ein Gerät testen dürfen – und muss sagen: Ich bin beeindruckt vom Tempo. Man kann von der neuen Metro-Benutzeroverfläche ja halten was man will, aber auf einem Tablet macht sie richtig Sinn. Die Bedienung geht schnell und einfach, das Tempo ist wirklich beeindruckend. Da kommt das iPad nicht mit, finde ich. Auch Android nicht.

Dass es jede Menge verspielte Zeitgenossen gibt, lässt sich immer daran erkennen, was so erfunden wird. Wer kommt zum Beispiel auf die Idee, eine alte Schreibmaschine mit einem iPad zu verbinden? Es finden sich Leute… Und tatsächlich: Man kann mit dem “USB Typewriter” Texte im iPad eingeben. Das sieht wirklich witzig aus, wie dieses Video zeigt – alltagstauglich ist es sicher nicht. Mit einem Anschaffungspreise von rund 500 Euro außerdem auch wirklich nur etwas für sehr verspielte Zeitgenossen. Mir ist es zu teuer!

Liebe Grüße,
Ihr Jörg Schieb

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