Liebe Internet-Freunde,

den ARD-Ratgeber Internet gibt es nur etwa alle vier Wochen – in der Zwischenzeit kann viel passieren. Macht nichts, denn dank Update bleiben Sie in der Zwischenzeit auf dem Laufenden: In dem wöchentlichen Videoblog berichtet ARD-Internetexperte Jörg Schieb, was in der Woche Spannendes passiert ist: Neue Trends, aktuelle News und interessante Fundstellen – alles, was Sie wissen müssen.

17.06.2013 16:33

Alternativen zu den großen Onlinediensten, Office für iOS und “Get Lucky” im Wandel der Zeit

Die aktuelle PRISM-Affäre verunsichert viele Internetbenutzer. Da NSA und FBI offensichtlich im großen Stil Nutzerdaten bei Google, Microsoft, Apple, Yahoo und Co. abgreifen, befürchten nun viele, ständig von US-Geheimdienst und Polizei überwacht zu werden. Selbst die in Sachen Datenschutz chronisch lässigen Amerikaner werden nun nervös – er regt sich Widerstand. Mit Stop Watching us ist eine Online-Petition an den Start gegengen, die schon 200.000 Personen unterschrieben haben. Klare Forderung: Ein rasches Ende der Abhörpraktiken im Internet.

Aber wie fliegt man unterhalb des Radars. so dass die US-Behörden einen nicht überwachen? Eine Möglichkeit ist, nicht alle Daten bei den großen Onlinediensten abzuliefern. Eiune gute Übersicht über nützliche Alternativen zu den großen Onlinediensten gibt es unter prism-break.org, mit praktischen, ganz konkreten Tipps fü Plugins, die einem bei anonymen Surfen helfen oder Onlinediensten, die nicht kommerziell sind und deshalb als gute Alternative zu den Diensten von Microsoft, Google, Apple und Co. taugen. Dabei geht es nicht darum, konsequent alles zu meoden, was man kennt – aber hier und da kann es ein guter Anfang sein, eben auch mal Alternativen zu verwenden. Die Liste gibt gute Anregungen.

Der Song Get Lucky von Daft Punk kann wohl als Ohrwurm gelten. Jetzt gibt es einen wunderbaren Remix: Der Song durchwandet virtuell die Epochen von 1920 bis 2020 – und verändert hörbar Stil, Rhythmus und Machart, in der jeweiligen Zeit. Hier ist das schöne Video zu sehen – reinhören macht Spaß.

 

Liebe Grüße,
Ihr Jörg Schieb

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07.06.2013 15:56

Windows 8.1 kommt, Google Trends aufpoliert und die Pizza-Drohne

Am 26. Juni will Microsoft Preview des neuen Windows 8.1 herausbringen. Die Preview ist eine Vorabversion der in vielen Punkten verbesserte Fassung von Windows 8, die jeder kostenlos laden kann. Da es sich da aber eben um eine Vorabversion handeln wird, sollte sie nur laden, wer damit leben kann, wenn noch Fehler enthalten sind. Alle anderen sollten bis zum offiziellen Update warten, das für Herbst angekündigt ist.

Microsoft hat eine Menge Kritik einstecken müssen für Windows 8, vor allem wegen der Bedienung mit dem Kachel-Design auf Rechnern ohne Touchscreen. Deshalb ist die “Start”-Schaltfläche samt Menü besser in Windows 8.1 integriert: Die Funktionen lassen sich schneller und besser erreichen, auch ohne Tippen und Wischen. Doch es gbit eine Menge weiterer neuer Funktionen. So lassen sich jetzt Hintergründe mit Videos versehen, man kann noch komfortabler Fotos aus allen möglichen Quellen (Fotoalbum, Skydrive, Smartphone) auf seinen Startbildschirm holen, komfortabler suchen und vieles andere mehr. Microsoft zeigt in einem Video, welche neuen und verbesserten Funktionen für Windows 8.1 vorgesehen sind, unter anderem.

Google Trends gibt es schon lange. Hier kann man sehen, wonaxch die Welt sucht – und welche Trends es eben so gibt. Jetzt hat Google die Trend-Übersicht aufgebohrt und aufpoliert: Man bekommt nun mehr und detailliertere Infos zu aktuellen Suchanfragen im Land. Trends verrät für jeden einzelnen Tag, weche Suchbegriffe besonders häufig benutzt wurden. Außerdem gibt es Top-10-Listen für diverse Themenschwerpunkte: Nach welchen Promis, Automarken, Autoren oder Kinofilmen suchen wir besonders häufig? Doch die Trends lassen sich nicht nur auf der Google-Seite bestaunen, sondern durch Embed-Code auch in die eigene Webseite einbauen. Praktisch.

Nicht nur in Berlin sind Drohnen derzeit ein großes Thema, sondern auch in Großbritannien. Dort hat eine Mini-Drohne, ein ferngesteuerter Hubschrauber um genau zu sein, jetzt eine Pizza ausgeliefert. Angeblich testet eine international tätige Fastfood-Kette, ob eine online bestellte Pizza nicht auch per Drohne ausgeliefert werden kann… Man stelle sich das vor: Per Mausklick bestellt – und wenige Minuten später klopft es am Fenster. Denn durchs Treppenhaus wird der Hubschrauber wohl kaum fliegen wollen.

Ein netter PR-Gag, mehr ist das wohl nicht. Denn ungeachtet anderer Probleme, etwa rechtlicher Fragen (solche womöglich sogar computergesteuerten Boten-Drohnen hätten gar keine Fluggenehmigung) und wie die Drohne sich vor dem Fenster überhaupt bemerkbar machen sollte, bleibt die Frage, woher sie den Weg kennt und welches Fenster anzusteuern ist. Es ist in manchen Häusern schon schwer genug, die passende Klingel zu finden und zu drücken – aber das richtige Fenster zu einer Wohnung aufspüren? Wohl kaum.

Liebe Grüße,
Ihr Jörg Schieb

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31.05.2013 13:05

Apple kündigt zaghaft Smartwatch an, den PC per Smartphone steuern und Webdoku vom Mount Everest

Apple-Chef Tim Cook zeigt sich in den letzten Tagen öfter heiter in der Öffentlichkeit, trotz Verhöhr im US-Senat, in dem Cook einräumen musste, dass Apple sich gerne davor drückt, Steuern zu zahlen. Aber so ein Firmenlenker muss nach vorne schauen. Demnächst zeigt Apple auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC wieder neue Hard- und Software. Um die Gerüchteküche anzuzeißen, ob Apple nun endlich den lang erwarteten Apple-Fernseher iTV vorstellt (glaube ich eher nicht) oder vielleicht doch eher eine Smartwatch à la Apple (ist wahrscheinlicher), hat Cook ein langes Interview gegeben, dass man sich im Video anschauen kann.

Google hat eine Technologie entwickelt, die es erlaubt, den PC mit Hilfe des eigenen Smartphones zu bedienen. Dazu wird über den Browser und übers Internet eine Verbindung zwischen den Geräten hergestellt. Anschließend lässt sich der PC durch Gesten steuern, etwa durch Berühren des Touchscreens, aber auch durch Bewegungen. Die in modernen Smartphones eingebauten Bewegungsmelder sind hochsensibel. Normalerweise kommen die nur in Spielen zum Einsatz, die man im Smartphone spielt.

Danach lassen sich die Bewegungssensoren auch für den PC nutzen. Das Smartphone kann zur Spielekonsole werden. Google hat mit “Roll It” eigens ein Onlinespiel entwickelt, das dem Spieler viel Geschicklichkeit abverlangt. Durch Kippen, Heben oder schnelles Bewegen lässt sich ein Ball auf dem PC-Bildschirm steuern. Aber auch andere Einsatzgebiete sind denkbar, etwa dass man sich mit dem Smartphone in der Hand durch virtuelle Welten bewegt. Google hat einiges in Planung.

Vor genau 60 Jahren wurde zum ersten Mal der Mount Everest bestiegen. Mittlerweile treibt es viele Touristen auf den höchsten Berg der Erde. Passend zum Jubiläum der Erstbesteigung haben sich Microsoft und GlacierWorks zusammengetan und präsentieren mit Everest: Rivers of Ice eine Multimedia-Dokumentation vom Mount Everest und vor allem von den Gletschern des Bergs. Neben interaktiven Karten und zoombaren Panoramen gibt es vor allem jede Menge fesselnder Fotoaufnahmen und Filme. Beeindruckend ist der direkte Vergleich alter und neuer Aufnahmen, vor allem, wenn man Ausmaße und Verlauf der Gletscher vergleicht.

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Ihr Jörg Schieb

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24.05.2013 14:42

Xbox One vorgestellt, Twitter wird sicherer und Google-Di, Google-Da

Microsoft hat diese Woche die Xbox One vorgestellt. Eine neue Spielekonsole, die deutlich leistungsfähiger sein soll als das aktuelle Modell Xbox 360, das sich immerhin rund 63 Millionen Mal verkauft hat. Deutlich bessere Grafik, satter Sound, mehr Rechenpower, um die Spiele noch realistischer aussehen zu lassen sind wichtige Eckdaten. Darüber hinaus setzt die Xbox One voll aufs Internet: Die Spieler sind miteinander vernetzt, können ihre Spiele und Spielstände jederzeit zu anderen Geräten übernehmen.

Doch die Xbox One soll mehr sein als “nur” eine Spielekonsole: Microsoft will das Wohnzimmer erobern. So bietet die One auch Zugriff aufs Internet, erlaubt Videos in Microsoft Online-Videothek auszuleihen und ermöglicht das Steuern des eigenen Fernsehgeräts mit Hilfe von Sprachbefehlen. Der Benutzer kann Sender und Programme durch zugerufene Anweisungen auswählen oder starten.

Die eingebaute Kinect-Kamera, die dazu dienen soll, Bewegungen der Spieler vor der Konsole zu erkennen, ist deutlich verbessert worden. Die Kamera kann bis zu sechs Personen gleichzeitig erfassen und ihre Bewegungen analysieren, selbst im Dunkeln. Datenschützer befürchten, Microsoft könne das missbrauchen: Die Kamera könnte eingesetzt werden, um das Fernsehverhalten auszukundschaften und auszuwerten. Wie viele Personen gucken fern, kommt der Film gut an? Selbst das ist denkbar: Je mehr Menschen auf dem Sofa sitzen und einen Bezahl-Film gucken wollen, desto teurer wird’s. Da kommt eine interessante Diskussion auf Microsoft zu. Die Xbox One wird vermutlich im Herbst auf den Markt kommen – so wie auch die Playstation 4 von Sony und die Wii U von Nintendo. Der Preis steht noch nicht fest.

In der jüngsten Vergangenheit wurden diverse bekannte Twitter-Accounts gehackt, darunter die der BBC, der Financial Times oder der Nachrichtenagentur Associated Press. Über die gehackten Accounts wurden unwahre Nachrichten verbreitet. Kritiker bemängeln schon lange die laxen Sicherheitseinstellungen in Twitter. Jetzt hat der Zwitscherdienst reagiert und die sogenannte Zwei-Wege-Authentifizierung eingeführt. Dadurch wird die Sicherheit deutlich erhöht. Wer die neue Sicherheitsstufe in seinem Account aktiviert, muss eine Handynummer hinterlegen. Immer dann, wenn man sich von einem neuen, bislang unbekannten Gerät bei Twitter anmelden will, bekommt man eine Art TAN per SMS zugeschickt, so ähnlich bei beim Onlinebanking.

Nur in Verbindung mit dieser TAN kann man sich dann einloggen. Selbst bei geklauten Passwort ist das Twitter-Konto deshalb sicher, denn ein Passwort-Dieb müsste auch Zugang zum Handy haben. Die Zwei-Wege-Authentifizierung ist bei anderen Onlinediensten wie Google, Facebook oder Dropbox schon länger möglich – immer optional, der Benutzer muss die zusätzliche Sicherheit selbst aktivieren. Deutsche Twitter-User kommen bislang noch nicht in den Genuß, da die deutschen Mobilfunknetze noch nicht unterstützt werden, doch das soll sich rasch ändern.

Zum Schluss noch ein Fundstück: Dass es die Suchmaschine Google nicht nur in den Duden geschafft hat, sondern irgendwie auch in die Volksmusik, bezeugt dieses herzzereißende Video – ein Ohrwurm, könnte man sagen.

Liebe Grüße,
Ihr Jörg Schieb

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15.05.2013 13:00

Google muss Autocomplete überarbeiten, Webseitenbetreiber wehren sich gegen AdBlocker und Astronat trällert Major Tom

Wer Google befragt, bekommt schon während der Eingabe Vorschläge gemacht, wonach man suchen möchte. Google versucht zu erraten, was der User eingeben will und präsentiert unterhalb des Eingabefeldes eine kurze Liste der am häufigsten gestellten Suchanfragen, die zur bisherigen Eingabe passen. Doch nicht allen gefällt, was Googles Algorithmen vorschlagen. Bettina Wulff beispielsweise hat sich juristisch gegen die “Autovervollständigen” genannte Funktion gewehrt, weil Googles Suchalgorithmus mitunter despektierliche Vorschläge gemacht hatte. Der Bundesgerichtshoft hat jetzt über einen ähnlichen Fall entschieden: Ein Unternehmer hatte sich an den automatischen Vorschlägen der Suchmaschine gestört. Wurde sein Name eingegeben, erschienen per Autocomplete Begriffe wie “Scientology” und “Betrug”. Wer mit Scientology nichts zu tun haben will, ärgert sich darüber vollkommen zu Recht.

Der Bundesgerichtshof stellt  klar: Google trägt die Verantwortung für die vom Algorithmus ermittelten Vorschläge. Der Konzern kann nicht einfach alles ungefiltert präsentieren, was der Algorithmus basierend auf den Suchanfragen der User für richtig hält – schon gar nicht, wenn sich jemand dagegen wehrt. Die Autocomplete-Vorschläge hätten einen “fassbaren Aussagegehalt”, finden die Richter. Google muss deshalb prüfen, insbesondere wenn konkrete Beschwerden vorliegen, ob dieser inhaltliche Zusammenhang zwischen Namen und vorgeschlagenem Suchbegriff tatsächlich besteht. Ob Google sich diese Mühe machen will und eine Beschwerdestelle einrichtet oder ob Autocomplete in Deutschland abgeschaltet wird, steht noch nicht fest.

Das ist schon so eine Sache mit der Werbung im Internet: Auf der einen Seite finanzieren damit die meisten Onlineangebote damit ihre kostenlos kredenzten Inhalte. Auf der anderen Seite können User auf Werbung gut verzichten. Werbefilter wie Adblock Plus gehören deshalb zu den beliebtesten Erweiterungen für Browser wie Firefox oder Chrome. Allein Adblock Plus soll schon 200 Millionen Mal im Einsatz sein. Wer so einen Werbefilter installiert, sieht kaum noch Werbung auf Webseiten. Denn die Filter unterdrücken nicht nur Popup-Fenster und Layer-Werbung, sondern auch Werbeinseln innerhalb der Webseiten.

Das ist verständlicherweise ärgerlich für die Anbieter solcher Webangebote. Es ist schwierig genug, kostenlos hochwertige Inhalte zur Verfügung zu stellen und durch Werbung zu refinanzieren. Wer keine “Pay Wall” hochziehen will, also eine Bezahlschranke, der hat fast keine andere Wahl: Es muss Werbung auf die Seite. Das ist dann nun mal das Geschäftsmodell. Wer solche Webangebote regelmäßig nutzt, aber die Werbung nicht sehen will und sie einfach ausblendet, der ist Nutznießer, aber nicht bereit, die entsprechende Gegenleistung zu bringen – die angebotene Werbung “über sich ergehen zu lassen”. Dagegen haben sich großte Onlineportale wie spiegel.de, sueddeutsche.de oder zeit.de diese Woche gewehrt. Das sollte eine Diskussion in Gang bringen: Wieviel Werbung ist in Ordnung auf einer Webseite, wie informtiv und persönlich darf oder sollte Werbung sein, wie bunt und zappelig können Werbennner sein? Lassen sich der Aspruch auf Privatsphäre und Online-Werbung miteinander in Einklang bringen? Wieviel Werbung sollten sich User gefallen lassen, die kostenlose Inhalte nutzen? Es gibt eine Menge zu klären.

Astronaut Chris Hadfield aus Kanada ist mittlerweile wohlbehalten zur Erde zurückgekehrt. Vor einigen Tagen war er noch auf der Raumstation ISS und hat dort David Bowies Major Tom zum Besten gegeben – und dazu auch Gitarre gespielt, die effektvoll durch den schwerelosen Raum segelt. Das komplette Video ist hier zu sehen. Mittlerweile hat Hadfield eine riesige Fangemeinde im Netz.

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Ihr Jörg Schieb

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10.05.2013 08:43

re:publica 2013, Netzneutralität, Drosselkom und Grimme Online Award

Auf der re:publica 13 in Berlin haben sich 5.000 Blogger, Netzaktivisten, Forscher, Experten und Interessierte getroffen, um über das Internet, die Zukunft des Internet und die Verantwortung in der Gesellschaft zu diskutieren. Ein Thema war immer wieder zu hören: Netzneutralität. Ein wichtiger Grundsatz im Internet ist, dass alle Daten gleichwertig sind, alle Daten gleich schnell transportiert werden, egal ob es sich um Inhalte eines Konzerns handelt, um Streamingdaten oder eine E-Mail. Nur so lässt sich ein Zwei-Klassen-System im Internet vermeiden, neben anderen wichtigen Aspekten.

Doch die Telekom rüttelt an diesem Grundsatz – mit ihrer Tempobremse für DSL-Kunden. Denn die Telekom kann sich vorstellen, von Anbietern wie Spotify, Youtube oder Apple Geld dafür zu verlangen, dass sie große Mengen von Daten für Miltimedia-Inhalte ins Netz einspeisen und die Telekom soll sie ausliefern, selbst wenn das Tempo eines DSL-Kunden bereits gedrosselt ist. Ein klarer Verstoß gegen das Gebot der Netzneutralität und ein rotes Tuch, nicht nur auf der re:publica, sondern bei allen Experten.

Mittlerweile ist klar, dass die Telekom ernst macht, was die Kosten der DSL-Flatrates betrifft. Es werden nicht nur Neukunden betroffen sein ab 2016, sondern auch Bestandskunden. Die Verträge werden geändert, überall werden die Datenvolumnina gedeckelt. Die Flatrate ist damit keine Flatrate mehr. Offensichtlich plant die Telekom aber, für einen Aufpreis von 10-20%, also 10 bis 20 EUR im Monat dann doch auch in Zukunft eine Flatrate anbieten zu wollen. Das ist sogar schon offiziell bestätigt. Die Strategie der Telekom ist schon merkwürdig.

Einmal im Jahr werden die besten deutschsprachigen Onlineangebote mit dem begehrten Grimme Online Award ausgezeichnet. Dieses Jahr sind 28 Angebote nominiert. Am 21. Juni gibt’s die Preise – in vier Kategorien. Doch schon jetzt ist es spannend und lohnenswert, sich die Nominierten anzuschauen.

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Ihr Jörg Schieb

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06.05.2013 16:27

Google Glass kann auch twittern, Personen taggen in Instagram und Kuckucks-Uhr für Twitter-Fans

Bald wird man Googles Superspielzeug Google Glass kaufen können. Das Interesse ist jetzt schon riesig. Selbst Wettbewerber von Google stürzen sich auf die Wunderbrille. Im Internet sind Hinweise aufgetaucht, dass Twitter an einer Glass-App tüftelt. Es wird also möglich sein, mit Google Glass Tweets abzusetzen, etwa Fotoaufnahmen zu machen und die ruckzuck ins Netz zu zwitschern.

Umgekehrt wird man Tweets in der Datenbrille lesen können – und ganz sicher gibt’s noch ein paar spezielle Ideen, die nur mit so einer Brille Sinn ergeben. Dass man mit Google Glass allein Google-Dienste wie Maps, Youtube oder Google+ nutzen wird, ist also nicht zu erwarten. Das will Google gar nicht. Google will eine neue Gerätegattung etablieren, die eine möglichst große Reichweite hat. “Macht was Cooles mit unserem Gadget!”, fordert Google-Entwickler Stephen Lau seine Kollegen auf. Der Mann hofft auf schicke und interessante Ideen. In Videos zeigt Google jetzt, wie man so eine Datenbrille überhaupt bedienen soll – etwa durch Antippen des Bügels.

Die populäre und von Facebook für viel Geld aufgekaufte Foto-App Instagram wird ständig weiterentwickelt. Jetzt können Fotografen Personen in ihren Fotos markieren (taggen). Das kennt man aus Facebook, Google+ und anderswo, ist aber in Instagram neu. Bei Instagram kann allerdings allein der Fotograf solche Tags vornehmen – scheint mir eine schlaue Lösung zu sein. Durch die Photos of you getaufte neue Funktion ist es nun möglich, im Instagram-Archiv gezielt nach Fotos mit bestimmten Personen drauf zu fahnden. Kann praktisch sein, für einen selbst auf jeden Fall.

Wer hätte gedacht, dass man die Wörter “Kuckucksuhr” und “Twitter” in einem Satz sagen kann, ohne zu sehr abzuschweifen? Kann man aber. Denn ein Team von etwas verrückten Ingenieuren haben eine moderne Form von Kuckucksuhr entwickelt: Twitter #flock heißt das Projekt. Eine Kuckucksuhr, die Twittersphäre und reale Welt miteinander verknüpft. Sie schickt immer dann das Vögelchen aus Plastik raus, wenn man selbst einen neuen Follower hat, jemand einen Tweet retweetet oder eine Antwort auf ein Tweet eintrudelt. Noch sind es Prototypen, die man nicht kaufen kann – ich bin aber sicher: So etwas würde gekauft.

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Ihr Jörg Schieb

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12.04.2013 15:18

Windows XP läuft aus, Sicherheitslecks in Windows und Java und wie man aus Streetview Fime erzeugt

Am 8. April 2014 ist endgültig Schluss: Dann beendet Microsoft nach über 12 Jahren den offiziellen Support für Windows XP und Office 2003. Gemeint ist damit nicht der telefonische Support bei Fragen oder Problemen, gemeint ist, dass Microsoft ab diesem Tag für Windows XP gar keine Unterstützung mehr anbietet. Insgesamt ein ganz normaler Vorgang, in der Regel endet der offizielle Support sogar bereits nach zehn Jahren. Doch wenn eine Windows-Version nicht mehr unterstützt wird, hat das Folgen.

So wird der Softwareriese keine Sicherheitslecks mehr stopfen und auch keine Hotfixes oder Sicherheits-Updates mehr anbieten, wie das sonst nach Auftauchen von sicherheitsrelevanten Problemen üblich ist. Für alle, die noch Windows XP einsetzen, ist das ein erheblicher Einschnitt. Faktisch sind ab April 2014 alle Rechner, die mit Windows XP arbeiten, nicht mehr sicher. XP-Benutzer sind spätestens dann gezwungen, sich Gedanken über einen Umstieg zu machen – besser eher.

Microsodt und Adobe haben wieder diverse Sicherheitslecks gestopft und fordern alle User auf, ihre Software auf den neuesten Stand zu bringen. Deshalb sollte jeder Windows-Benutzer ein “Windows-Update” durchführen. Und wer Java benutzt, sollte ebenfalls aktualisieren, und zwar dringend. Denn die gestopften Sicherheitslecks erlauben Angreiern, den Rechner zu übernehmen. Also unbedingt handeln.

Mit Streetview lassen sich richtig tolle Panorama-Filme erstellen. Solche Filme kann jeder erstellen: Einfach auf der Webseite von Hyperlapse einstellen, von wo nach wo man virtuell flanieren oder entlang fahren will, danach erzeugt die Onlineseite in wenigen Augenblicken mit Hilfe der in Streetview hinterlegten Bilder einen beeindruckenden Animationsfilm. Die Ergebnisse sind teilweise spektakulär.

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Ihr Jörg Schieb

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28.03.2013 15:48

Telekom will DSL-Tempo drosseln, Schüler verkauft App für 30 Mio. Dollar und ein Video, in dem alles rückwärts läuft – oder auch nicht

Eins ist klar: Die sogeannnten “Heavy User” sind jedem DSL-Provider ein Dorn im Auge. Gemeint sind Kunden, die mehr oder weniger rund um die Uhr im Internet sind, im großen Stil Daten saugen und hochladen. Das sind nur wenige, prozentual gesehen, aber es sind dann doch recht viele – absolut betrachtet. Klar ist, dass DSL-Provider mit solchen Kunden kein Geld verdienen können, denn die Provider müssen für Traffic (Datenverkehr) bezahlen, und irgendwann kostet so ein Kunde mehr als er bezahlt. Dass man solche Kunden nicht ins Herz schließt, kann ich sogar verstehen.

Aber das, was die Telekom da jetzt in ihrem Firmenblog überlegt, ist trotzdem ein starkes Stück. Sollte ein DSL-Kunde künftig mehr als 75 GB pro Monat verbrauchen (was wirklich eine Menge ist, keine Frage), drot eine Drosslung des DSL-Tempos auf 384 KBit/Sekunde – das ist Internet-Steinzeit!! Die Flatrate ist dann keine mehr. Allerdings: Im Mobilfunkbereich sind solche Beschränkungen durchaus üblich, da wird oft schon nach 1 oder 2 GB pro Monat auf die Datenbremse getreten, und zwar ordentlich: 64 KBit/Sekunde statt UMTS oder LTE. Ich glaube, die Telekom will testen, wie die Idee ankommt – und finde, wir sollten ihr sagen: Die Idee ist ganz schlecht und sollte schnell wieder eingemottet werden.

Ein 17-jähriger Schüler aus Großbritannien hat diese Woche das große Geschäft gemacht: Yahoo hat 30 Millionen Dollar für eine App namens Summly bezahlt – und die Firma dahinter gleich dazu. Davon träumt natürlich jeder, der  Apps entwickelt, dass eine Big Company kommt und viel Geld auf den Tisch legt. Allerdongs passiert es natürlich faktisch nur extrem selten.

Aber hier hat’s geklappt: Summly ist eine App, die Nachrichten aus Onlinequellen vollautomatisch auf 400 Zeichen eindampft, um sie so besser auf Smartphones und Tabletes lesen zu können. Inhaltlich sind die durch Summly eingedampten Texte immer noch gut lesbar. Genau das hat Interesse von Yahoo geweckt.

Ich mag ausgefallene Videos. Forward gefällt mir besonders gut. Es ist nur eine Szene zu sehen, aber die ist gut gedreht. Man sieht einen Mann, der durch eine Fußgängerpassage läuft. Irgendwann merkt man, dass da was nicht stimmt. Die anderen Menschen laufen rückwärts, irgendwie scheint alles rückwärts zu laufen – trotzdem geht der Mann selbst vorwärts. Möglich wird das durch einen Trick: Beim Drehen ist der Mann rückwärts gelaufen und das Video wird auch rückwärts gezeigt. Minus mal Minus ergibt Plus – et voilà: Ein Interessanter optischer Effekt. Viel Spaß mit dem Video!

Liebe Grüße,
Ihr Jörg Schieb

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22.03.2013 17:05

Google Keep als Online-Notizblock, Domian wirft Facebook Zensur vor und wie Super Mario und Prinzessin in Donkey Kong die Rollen wechseln

Google bietet mit Google Keep eine Art Online-Notizblog an. Es gibt ein Web-Frontend und eine App, bislang allerdings ausschließlich für Android. Daten und Notizen werden im Google Drive gespeichert, dem Online-Laufwerk für Google-User. Die Bedienoberfläche von Keep ist minimalistisch und angenehm übersichtlich: Man kann was aufschreiben, ein Foto hoch laden, den Notizen eine Farbe zuweisen, auch Sprachnotizen lassen sich hochladen, zumindest mit der Android-App. Diese Sprachnotizen sollen auf Wunsch sogar in Text umgewandelt werden können, klappt aber bislang zumindest bei längeren Textpassagen nicht wirklich gut.

Das Praktische an Google Keep ist, dass man einmal gespeicherte Notizen von überall abrufen kann. Wer sich erst einmal auf das Konzept einlässt, Notizen in der Cloud zu speichern, wird das schnell zu schätzen wissen. Eine Konkurrenz für längst eingeführte Notizdienste wie Evernote oder Onenote ist Google Keep aber trotzdem nicht, denn vor allem Evernote kann und bietet deutlich mehr, etwa Texterkennung in Bildern, gemeinsames Arbeiten an Projekten und vieles andere mehr. Braucht aber nicht jeder – von daher ist Google Keep eine schöne Ergänzung. Allerdings auch nichts Bahnbrechendes.

WDR-Talker Jürgen Domian hat diese Woche nicht schlecht gestaunt: Ein langer kommentierender Beitrag von ihm über den neuen Papst und die katholische Kirche ist kurzerhand aus Facebook verschwunden. Facebook-Mitarbeiter hatten den Beitrag von Domians Facebook-Seite gelöscht, ohne ihn zu informieren. “Zensur” sei das, meinte Domian und hat sich medienwirksam über den Eingriff beklagt. Offensichtlich sei Kritik am Papst auf Facebook nicht willkommen. Mittlerweile hat sich Facebook für die Löschung entschuldigt, das sein ein Versehen gewesen, den Beitrag aber nicht wieder online gestellt. Das musste Domian selbst machen.

Domian hat von der Sache profitiert, denn niemals hätten so viele Menschen sein Posting gelesen, wenn es nicht den Löschvorgang gegeben hätte. “Zensur” war es trotzdem nicht, denn Zensur ist laut Definition ein staatliches Verbot, sich über Dinge zu äußern oder etwas zu veröffentlichen. Eine Zensur gibt es bei uns in Deutschland praktisch nicht, oder besser: in nur ganz wenigen Bereichen. Der Löschvorgang bei Facebook war eine Moderation. Jede Woche werden hunderttausende von Postings, Fotos, Videos oder Einträgen von Facebook-Mitarbeitern untersucht und auf die Nutzungsbedingungen hin überprüft. Was nicht passt, wird offline gestellt. Eine Art Hausrecht.

Das mag einem gefallen oder nicht – aber eine Moderation ist erforderlich. Problematisch ist, dass die Nutzungsbedingungen eines amerikanischen Unternehmens als Maßstab genommen werden, die Bedingungen, die nicht oder kaum an europäische Ansprüche angepasst werden. Nackte Haut wird konsequent entfernt – Gewalt oder rechtsradikale Äußerungen eher selten. Ein Wertekodex, den man deutschen Usern kaum vermitteln kann und der auch nicht in Ordnung ist. Domians Löschvorfall sollte daher eine Diskussion in Gang bringen. Eine Diskussion, was in öffentlichen Plattformen an Meinung erlaubt sein sollte und was nicht.

Das Videospiel Donkey Kong ist ein Klassiker: Mario muss die Prinzessin retten. Niedlich – aber vielleicht nicht ganz zeitgemäß, vor allem, wenn Mädchen das Spiel spielen sollen. Eine 4-jähriger Tochter hat sich bei ihrem Papa beschwert, dass sie nicht die Prinzessin spielen darf. Der hat kurzerhand in einer Nachtschicht das Spiel umprogrammiert, alle Bilder ausgetauscht und auch die Texte angepasst – und am nächsten Tag konnte die Tochter Donkey Kong ganz anders spielen. Die Prinzessin rettet Mario – das Ergebnis kann man in diesem Video sehen. Geht doch.

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Ihr Jörg Schieb

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