Liebe Internet-Freunde,

den ARD-Ratgeber Internet gibt es nur etwa alle vier Wochen – in der Zwischenzeit kann viel passieren. Macht nichts, denn dank Update bleiben Sie in der Zwischenzeit auf dem Laufenden: In dem wöchentlichen Videoblog berichtet ARD-Internetexperte Jörg Schieb, was in der Woche Spannendes passiert ist: Neue Trends, aktuelle News und interessante Fundstellen – alles, was Sie wissen müssen.

24.05.2013 14:42

Xbox One vorgestellt, Twitter wird sicherer und Google-Di, Google-Da

Microsoft hat diese Woche die Xbox One vorgestellt. Eine neue Spielekonsole, die deutlich leistungsfähiger sein soll als das aktuelle Modell Xbox 360, das sich immerhin rund 63 Millionen Mal verkauft hat. Deutlich bessere Grafik, satter Sound, mehr Rechenpower, um die Spiele noch realistischer aussehen zu lassen sind wichtige Eckdaten. Darüber hinaus setzt die Xbox One voll aufs Internet: Die Spieler sind miteinander vernetzt, können ihre Spiele und Spielstände jederzeit zu anderen Geräten übernehmen.

Doch die Xbox One soll mehr sein als “nur” eine Spielekonsole: Microsoft will das Wohnzimmer erobern. So bietet die One auch Zugriff aufs Internet, erlaubt Videos in Microsoft Online-Videothek auszuleihen und ermöglicht das Steuern des eigenen Fernsehgeräts mit Hilfe von Sprachbefehlen. Der Benutzer kann Sender und Programme durch zugerufene Anweisungen auswählen oder starten.

Die eingebaute Kinect-Kamera, die dazu dienen soll, Bewegungen der Spieler vor der Konsole zu erkennen, ist deutlich verbessert worden. Die Kamera kann bis zu sechs Personen gleichzeitig erfassen und ihre Bewegungen analysieren, selbst im Dunkeln. Datenschützer befürchten, Microsoft könne das missbrauchen: Die Kamera könnte eingesetzt werden, um das Fernsehverhalten auszukundschaften und auszuwerten. Wie viele Personen gucken fern, kommt der Film gut an? Selbst das ist denkbar: Je mehr Menschen auf dem Sofa sitzen und einen Bezahl-Film gucken wollen, desto teurer wird’s. Da kommt eine interessante Diskussion auf Microsoft zu. Die Xbox One wird vermutlich im Herbst auf den Markt kommen – so wie auch die Playstation 4 von Sony und die Wii U von Nintendo. Der Preis steht noch nicht fest.

In der jüngsten Vergangenheit wurden diverse bekannte Twitter-Accounts gehackt, darunter die der BBC, der Financial Times oder der Nachrichtenagentur Associated Press. Über die gehackten Accounts wurden unwahre Nachrichten verbreitet. Kritiker bemängeln schon lange die laxen Sicherheitseinstellungen in Twitter. Jetzt hat der Zwitscherdienst reagiert und die sogenannte Zwei-Wege-Authentifizierung eingeführt. Dadurch wird die Sicherheit deutlich erhöht. Wer die neue Sicherheitsstufe in seinem Account aktiviert, muss eine Handynummer hinterlegen. Immer dann, wenn man sich von einem neuen, bislang unbekannten Gerät bei Twitter anmelden will, bekommt man eine Art TAN per SMS zugeschickt, so ähnlich bei beim Onlinebanking.

Nur in Verbindung mit dieser TAN kann man sich dann einloggen. Selbst bei geklauten Passwort ist das Twitter-Konto deshalb sicher, denn ein Passwort-Dieb müsste auch Zugang zum Handy haben. Die Zwei-Wege-Authentifizierung ist bei anderen Onlinediensten wie Google, Facebook oder Dropbox schon länger möglich – immer optional, der Benutzer muss die zusätzliche Sicherheit selbst aktivieren. Deutsche Twitter-User kommen bislang noch nicht in den Genuß, da die deutschen Mobilfunknetze noch nicht unterstützt werden, doch das soll sich rasch ändern.

Zum Schluss noch ein Fundstück: Dass es die Suchmaschine Google nicht nur in den Duden geschafft hat, sondern irgendwie auch in die Volksmusik, bezeugt dieses herzzereißende Video – ein Ohrwurm, könnte man sagen.

Liebe Grüße,
Ihr Jörg Schieb

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15.05.2013 13:00

Google muss Autocomplete überarbeiten, Webseitenbetreiber wehren sich gegen AdBlocker und Astronat trällert Major Tom

Wer Google befragt, bekommt schon während der Eingabe Vorschläge gemacht, wonach man suchen möchte. Google versucht zu erraten, was der User eingeben will und präsentiert unterhalb des Eingabefeldes eine kurze Liste der am häufigsten gestellten Suchanfragen, die zur bisherigen Eingabe passen. Doch nicht allen gefällt, was Googles Algorithmen vorschlagen. Bettina Wulff beispielsweise hat sich juristisch gegen die “Autovervollständigen” genannte Funktion gewehrt, weil Googles Suchalgorithmus mitunter despektierliche Vorschläge gemacht hatte. Der Bundesgerichtshoft hat jetzt über einen ähnlichen Fall entschieden: Ein Unternehmer hatte sich an den automatischen Vorschlägen der Suchmaschine gestört. Wurde sein Name eingegeben, erschienen per Autocomplete Begriffe wie “Scientology” und “Betrug”. Wer mit Scientology nichts zu tun haben will, ärgert sich darüber vollkommen zu Recht.

Der Bundesgerichtshof stellt  klar: Google trägt die Verantwortung für die vom Algorithmus ermittelten Vorschläge. Der Konzern kann nicht einfach alles ungefiltert präsentieren, was der Algorithmus basierend auf den Suchanfragen der User für richtig hält – schon gar nicht, wenn sich jemand dagegen wehrt. Die Autocomplete-Vorschläge hätten einen “fassbaren Aussagegehalt”, finden die Richter. Google muss deshalb prüfen, insbesondere wenn konkrete Beschwerden vorliegen, ob dieser inhaltliche Zusammenhang zwischen Namen und vorgeschlagenem Suchbegriff tatsächlich besteht. Ob Google sich diese Mühe machen will und eine Beschwerdestelle einrichtet oder ob Autocomplete in Deutschland abgeschaltet wird, steht noch nicht fest.

Das ist schon so eine Sache mit der Werbung im Internet: Auf der einen Seite finanzieren damit die meisten Onlineangebote damit ihre kostenlos kredenzten Inhalte. Auf der anderen Seite können User auf Werbung gut verzichten. Werbefilter wie Adblock Plus gehören deshalb zu den beliebtesten Erweiterungen für Browser wie Firefox oder Chrome. Allein Adblock Plus soll schon 200 Millionen Mal im Einsatz sein. Wer so einen Werbefilter installiert, sieht kaum noch Werbung auf Webseiten. Denn die Filter unterdrücken nicht nur Popup-Fenster und Layer-Werbung, sondern auch Werbeinseln innerhalb der Webseiten.

Das ist verständlicherweise ärgerlich für die Anbieter solcher Webangebote. Es ist schwierig genug, kostenlos hochwertige Inhalte zur Verfügung zu stellen und durch Werbung zu refinanzieren. Wer keine “Pay Wall” hochziehen will, also eine Bezahlschranke, der hat fast keine andere Wahl: Es muss Werbung auf die Seite. Das ist dann nun mal das Geschäftsmodell. Wer solche Webangebote regelmäßig nutzt, aber die Werbung nicht sehen will und sie einfach ausblendet, der ist Nutznießer, aber nicht bereit, die entsprechende Gegenleistung zu bringen – die angebotene Werbung “über sich ergehen zu lassen”. Dagegen haben sich großte Onlineportale wie spiegel.de, sueddeutsche.de oder zeit.de diese Woche gewehrt. Das sollte eine Diskussion in Gang bringen: Wieviel Werbung ist in Ordnung auf einer Webseite, wie informtiv und persönlich darf oder sollte Werbung sein, wie bunt und zappelig können Werbennner sein? Lassen sich der Aspruch auf Privatsphäre und Online-Werbung miteinander in Einklang bringen? Wieviel Werbung sollten sich User gefallen lassen, die kostenlose Inhalte nutzen? Es gibt eine Menge zu klären.

Astronaut Chris Hadfield aus Kanada ist mittlerweile wohlbehalten zur Erde zurückgekehrt. Vor einigen Tagen war er noch auf der Raumstation ISS und hat dort David Bowies Major Tom zum Besten gegeben – und dazu auch Gitarre gespielt, die effektvoll durch den schwerelosen Raum segelt. Das komplette Video ist hier zu sehen. Mittlerweile hat Hadfield eine riesige Fangemeinde im Netz.

Liebe Grüße,
Ihr Jörg Schieb

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10.05.2013 08:43

re:publica 2013, Netzneutralität, Drosselkom und Grimme Online Award

Auf der re:publica 13 in Berlin haben sich 5.000 Blogger, Netzaktivisten, Forscher, Experten und Interessierte getroffen, um über das Internet, die Zukunft des Internet und die Verantwortung in der Gesellschaft zu diskutieren. Ein Thema war immer wieder zu hören: Netzneutralität. Ein wichtiger Grundsatz im Internet ist, dass alle Daten gleichwertig sind, alle Daten gleich schnell transportiert werden, egal ob es sich um Inhalte eines Konzerns handelt, um Streamingdaten oder eine E-Mail. Nur so lässt sich ein Zwei-Klassen-System im Internet vermeiden, neben anderen wichtigen Aspekten.

Doch die Telekom rüttelt an diesem Grundsatz – mit ihrer Tempobremse für DSL-Kunden. Denn die Telekom kann sich vorstellen, von Anbietern wie Spotify, Youtube oder Apple Geld dafür zu verlangen, dass sie große Mengen von Daten für Miltimedia-Inhalte ins Netz einspeisen und die Telekom soll sie ausliefern, selbst wenn das Tempo eines DSL-Kunden bereits gedrosselt ist. Ein klarer Verstoß gegen das Gebot der Netzneutralität und ein rotes Tuch, nicht nur auf der re:publica, sondern bei allen Experten.

Mittlerweile ist klar, dass die Telekom ernst macht, was die Kosten der DSL-Flatrates betrifft. Es werden nicht nur Neukunden betroffen sein ab 2016, sondern auch Bestandskunden. Die Verträge werden geändert, überall werden die Datenvolumnina gedeckelt. Die Flatrate ist damit keine Flatrate mehr. Offensichtlich plant die Telekom aber, für einen Aufpreis von 10-20%, also 10 bis 20 EUR im Monat dann doch auch in Zukunft eine Flatrate anbieten zu wollen. Das ist sogar schon offiziell bestätigt. Die Strategie der Telekom ist schon merkwürdig.

Einmal im Jahr werden die besten deutschsprachigen Onlineangebote mit dem begehrten Grimme Online Award ausgezeichnet. Dieses Jahr sind 28 Angebote nominiert. Am 21. Juni gibt’s die Preise – in vier Kategorien. Doch schon jetzt ist es spannend und lohnenswert, sich die Nominierten anzuschauen.

Liebe Grüße,
Ihr Jörg Schieb

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06.05.2013 16:27

Google Glass kann auch twittern, Personen taggen in Instagram und Kuckucks-Uhr für Twitter-Fans

Bald wird man Googles Superspielzeug Google Glass kaufen können. Das Interesse ist jetzt schon riesig. Selbst Wettbewerber von Google stürzen sich auf die Wunderbrille. Im Internet sind Hinweise aufgetaucht, dass Twitter an einer Glass-App tüftelt. Es wird also möglich sein, mit Google Glass Tweets abzusetzen, etwa Fotoaufnahmen zu machen und die ruckzuck ins Netz zu zwitschern.

Umgekehrt wird man Tweets in der Datenbrille lesen können – und ganz sicher gibt’s noch ein paar spezielle Ideen, die nur mit so einer Brille Sinn ergeben. Dass man mit Google Glass allein Google-Dienste wie Maps, Youtube oder Google+ nutzen wird, ist also nicht zu erwarten. Das will Google gar nicht. Google will eine neue Gerätegattung etablieren, die eine möglichst große Reichweite hat. “Macht was Cooles mit unserem Gadget!”, fordert Google-Entwickler Stephen Lau seine Kollegen auf. Der Mann hofft auf schicke und interessante Ideen. In Videos zeigt Google jetzt, wie man so eine Datenbrille überhaupt bedienen soll – etwa durch Antippen des Bügels.

Die populäre und von Facebook für viel Geld aufgekaufte Foto-App Instagram wird ständig weiterentwickelt. Jetzt können Fotografen Personen in ihren Fotos markieren (taggen). Das kennt man aus Facebook, Google+ und anderswo, ist aber in Instagram neu. Bei Instagram kann allerdings allein der Fotograf solche Tags vornehmen – scheint mir eine schlaue Lösung zu sein. Durch die Photos of you getaufte neue Funktion ist es nun möglich, im Instagram-Archiv gezielt nach Fotos mit bestimmten Personen drauf zu fahnden. Kann praktisch sein, für einen selbst auf jeden Fall.

Wer hätte gedacht, dass man die Wörter “Kuckucksuhr” und “Twitter” in einem Satz sagen kann, ohne zu sehr abzuschweifen? Kann man aber. Denn ein Team von etwas verrückten Ingenieuren haben eine moderne Form von Kuckucksuhr entwickelt: Twitter #flock heißt das Projekt. Eine Kuckucksuhr, die Twittersphäre und reale Welt miteinander verknüpft. Sie schickt immer dann das Vögelchen aus Plastik raus, wenn man selbst einen neuen Follower hat, jemand einen Tweet retweetet oder eine Antwort auf ein Tweet eintrudelt. Noch sind es Prototypen, die man nicht kaufen kann – ich bin aber sicher: So etwas würde gekauft.

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Ihr Jörg Schieb

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12.04.2013 15:18

Windows XP läuft aus, Sicherheitslecks in Windows und Java und wie man aus Streetview Fime erzeugt

Am 8. April 2014 ist endgültig Schluss: Dann beendet Microsoft nach über 12 Jahren den offiziellen Support für Windows XP und Office 2003. Gemeint ist damit nicht der telefonische Support bei Fragen oder Problemen, gemeint ist, dass Microsoft ab diesem Tag für Windows XP gar keine Unterstützung mehr anbietet. Insgesamt ein ganz normaler Vorgang, in der Regel endet der offizielle Support sogar bereits nach zehn Jahren. Doch wenn eine Windows-Version nicht mehr unterstützt wird, hat das Folgen.

So wird der Softwareriese keine Sicherheitslecks mehr stopfen und auch keine Hotfixes oder Sicherheits-Updates mehr anbieten, wie das sonst nach Auftauchen von sicherheitsrelevanten Problemen üblich ist. Für alle, die noch Windows XP einsetzen, ist das ein erheblicher Einschnitt. Faktisch sind ab April 2014 alle Rechner, die mit Windows XP arbeiten, nicht mehr sicher. XP-Benutzer sind spätestens dann gezwungen, sich Gedanken über einen Umstieg zu machen – besser eher.

Microsodt und Adobe haben wieder diverse Sicherheitslecks gestopft und fordern alle User auf, ihre Software auf den neuesten Stand zu bringen. Deshalb sollte jeder Windows-Benutzer ein “Windows-Update” durchführen. Und wer Java benutzt, sollte ebenfalls aktualisieren, und zwar dringend. Denn die gestopften Sicherheitslecks erlauben Angreiern, den Rechner zu übernehmen. Also unbedingt handeln.

Mit Streetview lassen sich richtig tolle Panorama-Filme erstellen. Solche Filme kann jeder erstellen: Einfach auf der Webseite von Hyperlapse einstellen, von wo nach wo man virtuell flanieren oder entlang fahren will, danach erzeugt die Onlineseite in wenigen Augenblicken mit Hilfe der in Streetview hinterlegten Bilder einen beeindruckenden Animationsfilm. Die Ergebnisse sind teilweise spektakulär.

Liebe Grüße,
Ihr Jörg Schieb

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28.03.2013 15:48

Telekom will DSL-Tempo drosseln, Schüler verkauft App für 30 Mio. Dollar und ein Video, in dem alles rückwärts läuft – oder auch nicht

Eins ist klar: Die sogeannnten “Heavy User” sind jedem DSL-Provider ein Dorn im Auge. Gemeint sind Kunden, die mehr oder weniger rund um die Uhr im Internet sind, im großen Stil Daten saugen und hochladen. Das sind nur wenige, prozentual gesehen, aber es sind dann doch recht viele – absolut betrachtet. Klar ist, dass DSL-Provider mit solchen Kunden kein Geld verdienen können, denn die Provider müssen für Traffic (Datenverkehr) bezahlen, und irgendwann kostet so ein Kunde mehr als er bezahlt. Dass man solche Kunden nicht ins Herz schließt, kann ich sogar verstehen.

Aber das, was die Telekom da jetzt in ihrem Firmenblog überlegt, ist trotzdem ein starkes Stück. Sollte ein DSL-Kunde künftig mehr als 75 GB pro Monat verbrauchen (was wirklich eine Menge ist, keine Frage), drot eine Drosslung des DSL-Tempos auf 384 KBit/Sekunde – das ist Internet-Steinzeit!! Die Flatrate ist dann keine mehr. Allerdings: Im Mobilfunkbereich sind solche Beschränkungen durchaus üblich, da wird oft schon nach 1 oder 2 GB pro Monat auf die Datenbremse getreten, und zwar ordentlich: 64 KBit/Sekunde statt UMTS oder LTE. Ich glaube, die Telekom will testen, wie die Idee ankommt – und finde, wir sollten ihr sagen: Die Idee ist ganz schlecht und sollte schnell wieder eingemottet werden.

Ein 17-jähriger Schüler aus Großbritannien hat diese Woche das große Geschäft gemacht: Yahoo hat 30 Millionen Dollar für eine App namens Summly bezahlt – und die Firma dahinter gleich dazu. Davon träumt natürlich jeder, der  Apps entwickelt, dass eine Big Company kommt und viel Geld auf den Tisch legt. Allerdongs passiert es natürlich faktisch nur extrem selten.

Aber hier hat’s geklappt: Summly ist eine App, die Nachrichten aus Onlinequellen vollautomatisch auf 400 Zeichen eindampft, um sie so besser auf Smartphones und Tabletes lesen zu können. Inhaltlich sind die durch Summly eingedampten Texte immer noch gut lesbar. Genau das hat Interesse von Yahoo geweckt.

Ich mag ausgefallene Videos. Forward gefällt mir besonders gut. Es ist nur eine Szene zu sehen, aber die ist gut gedreht. Man sieht einen Mann, der durch eine Fußgängerpassage läuft. Irgendwann merkt man, dass da was nicht stimmt. Die anderen Menschen laufen rückwärts, irgendwie scheint alles rückwärts zu laufen – trotzdem geht der Mann selbst vorwärts. Möglich wird das durch einen Trick: Beim Drehen ist der Mann rückwärts gelaufen und das Video wird auch rückwärts gezeigt. Minus mal Minus ergibt Plus – et voilà: Ein Interessanter optischer Effekt. Viel Spaß mit dem Video!

Liebe Grüße,
Ihr Jörg Schieb

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22.03.2013 17:05

Google Keep als Online-Notizblock, Domian wirft Facebook Zensur vor und wie Super Mario und Prinzessin in Donkey Kong die Rollen wechseln

Google bietet mit Google Keep eine Art Online-Notizblog an. Es gibt ein Web-Frontend und eine App, bislang allerdings ausschließlich für Android. Daten und Notizen werden im Google Drive gespeichert, dem Online-Laufwerk für Google-User. Die Bedienoberfläche von Keep ist minimalistisch und angenehm übersichtlich: Man kann was aufschreiben, ein Foto hoch laden, den Notizen eine Farbe zuweisen, auch Sprachnotizen lassen sich hochladen, zumindest mit der Android-App. Diese Sprachnotizen sollen auf Wunsch sogar in Text umgewandelt werden können, klappt aber bislang zumindest bei längeren Textpassagen nicht wirklich gut.

Das Praktische an Google Keep ist, dass man einmal gespeicherte Notizen von überall abrufen kann. Wer sich erst einmal auf das Konzept einlässt, Notizen in der Cloud zu speichern, wird das schnell zu schätzen wissen. Eine Konkurrenz für längst eingeführte Notizdienste wie Evernote oder Onenote ist Google Keep aber trotzdem nicht, denn vor allem Evernote kann und bietet deutlich mehr, etwa Texterkennung in Bildern, gemeinsames Arbeiten an Projekten und vieles andere mehr. Braucht aber nicht jeder – von daher ist Google Keep eine schöne Ergänzung. Allerdings auch nichts Bahnbrechendes.

WDR-Talker Jürgen Domian hat diese Woche nicht schlecht gestaunt: Ein langer kommentierender Beitrag von ihm über den neuen Papst und die katholische Kirche ist kurzerhand aus Facebook verschwunden. Facebook-Mitarbeiter hatten den Beitrag von Domians Facebook-Seite gelöscht, ohne ihn zu informieren. “Zensur” sei das, meinte Domian und hat sich medienwirksam über den Eingriff beklagt. Offensichtlich sei Kritik am Papst auf Facebook nicht willkommen. Mittlerweile hat sich Facebook für die Löschung entschuldigt, das sein ein Versehen gewesen, den Beitrag aber nicht wieder online gestellt. Das musste Domian selbst machen.

Domian hat von der Sache profitiert, denn niemals hätten so viele Menschen sein Posting gelesen, wenn es nicht den Löschvorgang gegeben hätte. “Zensur” war es trotzdem nicht, denn Zensur ist laut Definition ein staatliches Verbot, sich über Dinge zu äußern oder etwas zu veröffentlichen. Eine Zensur gibt es bei uns in Deutschland praktisch nicht, oder besser: in nur ganz wenigen Bereichen. Der Löschvorgang bei Facebook war eine Moderation. Jede Woche werden hunderttausende von Postings, Fotos, Videos oder Einträgen von Facebook-Mitarbeitern untersucht und auf die Nutzungsbedingungen hin überprüft. Was nicht passt, wird offline gestellt. Eine Art Hausrecht.

Das mag einem gefallen oder nicht – aber eine Moderation ist erforderlich. Problematisch ist, dass die Nutzungsbedingungen eines amerikanischen Unternehmens als Maßstab genommen werden, die Bedingungen, die nicht oder kaum an europäische Ansprüche angepasst werden. Nackte Haut wird konsequent entfernt – Gewalt oder rechtsradikale Äußerungen eher selten. Ein Wertekodex, den man deutschen Usern kaum vermitteln kann und der auch nicht in Ordnung ist. Domians Löschvorfall sollte daher eine Diskussion in Gang bringen. Eine Diskussion, was in öffentlichen Plattformen an Meinung erlaubt sein sollte und was nicht.

Das Videospiel Donkey Kong ist ein Klassiker: Mario muss die Prinzessin retten. Niedlich – aber vielleicht nicht ganz zeitgemäß, vor allem, wenn Mädchen das Spiel spielen sollen. Eine 4-jähriger Tochter hat sich bei ihrem Papa beschwert, dass sie nicht die Prinzessin spielen darf. Der hat kurzerhand in einer Nachtschicht das Spiel umprogrammiert, alle Bilder ausgetauscht und auch die Texte angepasst – und am nächsten Tag konnte die Tochter Donkey Kong ganz anders spielen. Die Prinzessin rettet Mario – das Ergebnis kann man in diesem Video sehen. Geht doch.

Liebe Grüße,
Ihr Jörg Schieb

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17.03.2013 19:44

Samsungs neues Flaggschiff S4 ist da, Google stellt seinen Reader ein und beeindruckende virtuelle Flüge über Großstädte

Es gibt nicht viele Smartphones, die in der Oberliga mitspielen. Neben dem iPhone 5 von Apple sind das noch das Galaxy S3 von Samsung und das Lumia 920 von Nokia. In Europa verkaufen sich die Samsung-Geräte mittlerweile recht gut, in den USA hat immer noch Apple die Nase vorn. Das ist wohl der Grund, wieso Samsung sein neues Flaggschiff S4 nun in New York vorgestellt hat – mit viel Tamtam, mit einer riesigen Show. Das S4 bietet einen fünf Zoll großes Display in HD-Auflösung und damit eins der größten Displays der Branche, mit einer der besten Auflösungen. Neu sind die “Air Gestures”: Der Benutzer muss das Display nicht berühren, um Aktionen durchzuführen, es reicht mitunter, kurz oberhalb des Displays – also noch in der  Luft! – eine Geste auszuführen.

Auf diese Weise lassen sich Seiten umblättern, Vorschauen aktivieren und vieles andere mehr. Doch es gibt noch andere Überraschungen: Schaut man aufs Handy und kippt es leicht nach vorne oder hinten, wird gescrollt. “Smart Scroll” nennt sich das. Die eingebaute Kamera erkennt, ob man gerade aufs Handy schaut oder nicht – denn schaut man nicht drauf, ist die Smart-Scroll-Funktion deaktiv.

Samsung hat ein ordentliches Handy gebaut, das technisch in Führung geht. Es gibt aber auch unnötigen Schnischnack wie einen Schrittzähler, und viele Features basieren lediglich auf Apps. Dennoch: Das S4 ist ein interessantes Smartphone für alle, die ihr Handy nicht nur zum Telefonieren benutzen. Ende April soll das S4 in den Handel kommen. Der Preis steht noch nicht fest, doch Provider wie Telekom, Vodafone und O2 bieten das neue Luxus-Handy in Kombination mit einem neuen Vertrag bereits an. Ob es dem S4 gelingt, in den USA die Vormachtstellung des iPhone 5 zu brechen, muss sich allerdings erst zeigen.

Google ist bekannt dafür, ständig neue Funktionen und Dienste einzuführen. Es werden allerdings auch regelmäßig erfolgslose Dienste eingestellt. Jetzt hat der Onlineriese angekündigt, den Google Reader zu beerdigen. Ab 1. Juli kann man den populären Feedreader nicht mehr verwenden. Mit Google Reader lassen sich RSS-Feeds von Webseiten und Blogs einsammeln und bequem lesen. So hat man einen guten Überblick über Neuigkeiten auf den eigenen Lieblingsseiten.

Doch Google findet, es benutzen zu wenige Menschen den Google Reader, und deshalb wird er eingestellt. Der Protest ist enorm: Innerhalb kürzester Zeit hat das Thema den neuen Papst als populärstes Thema auf Twitter verdrängt. Auch wurde bereits eine Onlinepetition eingerichtet, die Google überzeugen soll, den Reader doch nicht zu beerdigen. 90.000 Menschen haben bereits unterschrieben. Google-Reader-User sind jetzt auf der Suche nach einer Alternative. Am ehesten kommt dafür Feedly in Frage. Optisch und in punkto Bedienung durchaus mit dem Google Reader vergleichbar, ebenfalls kostenlos und es gibt sogar Apps für iOS und Android. Die aktuellen Einstellungen im Google Reader lassen sich in Feedly übernehmen.

Mit Onlinekarten wie Here von Nokia kann man von vielen Städten beeindruckende 3D-Modelle abrufen. Ein Video zeigt jetzt, was alles damit möglich ist: In dem Video werden Städte virtuell überflogen, und es sieht aus, als hätte Hollywood einen Hubschrauber gechartetert und sündhaft teuer gedreht. Doch was wir sehen, sind 3D-Aufnahmen, die kostenlos aus dem Kartendienst Here kommen. Beeindruckend.

Liebe Grüße,
Ihr Jörg Schieb

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08.03.2013 11:01

Facebook peppt sein Layout auf, das Smartphone als Schlüssel und Project Glass für Dates

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat ein neues Layout für den Newsfeed angekündigt. Fotos und Videos erscheinen größer, insgesamt wirkt alles luftiger, mehr Logos und weniger Text – so könnte man es auf den Punkt bringen. Außerdem erscheint das Layout immer gleich, egal ob man die Facebook-Seite mit PC, Tablet oder Smartphone ansteuert. Zuckerberg verspricht sich dadurch mehr Werbeumsätze. Denn es war die Werbewirtschaft, die ein neues Layout wollte, vor allem mit der Möglichkeit, größere Fotos präsentieren zu können.

Werbung und originäre Inhalte lassen sich kümnftig noch schwerer unterscheiden, da Werbung im selben Layout präsentiert wird wie der Inhalt. Selbst Empfehlungen von Freunden sind denkbar, sollten diese die ungewöhnliche Werbeform nicht abgeschaltet haben. Das wird für Diskussionen sorgen. Das neue Layout soll sofort auf PCs zu sehen sein, auf Tablet und Smartphone dauert es noch eine Weile.

Auf der Cebit gab es jede Menge interessanter Trends und Neuigkeiten. Gut gefallen hat mir Key2Share. Das ist eine Entwicklung des Fraunhofer Instituts. Das Smartphone wird zum Schlüssel: Man öffnet Türen mit dem NFC-Chip im Smartphone. Für jede Tür gibt es einen digitalen Schlüssel. Der kann bequem in einer Web-Oberfläche verwaltet werden. Hier lässt sich auch einstellen, wie oft so ein Schlüssel benutzt werden darf – oder wie lange. Es ist sogar möglich, so einen Schlüssel per E-Mail zu verschicken und jederzeit zentral den Zugang zu sperren. Die Schlüssel selbst gelten als unknackbar. Ein spannendes und sehr nützliches System. Man kann nur hoffen, dass viele davon Gebrauch machen, etwa Hotels, Mietwagenanbieter, Packstationen der Post etc.

Was wurde nicht schon alles über die Datenbrille Glass von Google geschrieben. Jetzt kursiert ein ironisches Video. Es zeigt ein Gespräch mit einer jungen Frau in einem Café, aus der Perspektive des Mannes, der eine Google Glass Brille auf hat. Während des Gesprächs googelt der Mann, um seine Unterhaltung aufzupeppen und sich Vorteile zu verschaffen. Ein witzig gemachtes Video.

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Ihr Jörg Schieb

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04.03.2013 12:12

Adobe Flash aktualisieren, Smartphones und Tablets werden günstiger und warum mehr Programmierung untererrichtet werden sollte

Erst Java, dann der Adobe Reader - und jetzt macht Flash Schwierigkeiten, ebenfalls eine Software von Adobe. Einige vor kurzem entdeckte Lecks sorgen dafür, dass Fremde einen kompletten Rechner kapern und ihn fernsteuern können. Längst nutzen Kriminelle diese Lücke aus. Sie verschicken E-Mails, um die Empfänger auf entsprechend präparierte Webseiten zu steuern. Das Aufrufen einer solchen Webseite reicht bereits, um den PC zu infizieren.

Egal ob Windows, Mac oder Linux im Einsatz ist: Jeder sollte seinen Flash-Player auf den neuesten Stand bringen. Auf vielen Rechnern ist heute Morgen ein entsprechender Warnhinweis von Adobe auf dem Bildschirm erschienen – sofern das entsprechend eingestellt ist.Google Chrome und Internet Exlorer 10 unter Windows 8 sorgen selbstständig für eine aktuelle Version. Den Warnhinweis unbedingt ernst nehmen und die neueste Version installieren. Die Installation dauert nur wenige Augenblicke. Allerdings müssen alle Browser-Fenster geschlossen werden, ebenso die Mail-Software.

Smartphones und Tablets werden günstiger. Auf dem Mobile World Congress hat Nokia mit dem Modell 105 ein 15-EUR-Handy präsentiert. Das ist zwar in erster Linie für Schwellen- und Entwicklungsländer gedacht, findet aber sicher auch bei uns seinen Absatz.  Wichtiger ist aber vielleicht, dass auch hochwertige Smartphones und Tablets günstiger werden. Diverse Provider und Hersteller haben angekündigt, Smartphones mit Firefox anbieten zu wollen. Das mobile Betriebssystem ist kostenlos und reduziert daher den Preis fürs Smartphone – und auch die Abhängigkeit von Apple, Google und Microsoft.

Mit Ubuntu kommt ein neues Betriebssystem für Tablets ins Spiel, das über eine sehr komfortable Benutzeroberfläche verfügt und ebenfalls die User von der Bindung an Apple, Google und Microsoft befreit. Jeder Tablet-Hersteller kann auf Ubuntu zurückgreifen. Auch Apps sind möglich: Derzeit werden im großen Stil Apps für das neue Betriebssystem entwickelt. Denn eins ist klar: Ohne Apps ist kein Tablet erfolgreich. Es entwickeln sich jedenfalls derzeit interessante Alternativen zu den drei großen Anbietern.

Schule bereitet aufs Leben vor, heißt es. Aber stimmt das auch wirklich? Da können schon durchaus schon mal Zweifel aufkommen. Zum Beispiel lernen die Schüler nichts bis kaum etwas über Computer und Internet. Warum wird die “Superpower” Programmierung in 90% der Schulen nicht unterrichtet? Diese Frage stellt ein wirklich gut gemachtes Video, in dem Promis wie Bill Gates und Mark Zuckerberg auftauchen, aber auch viele Startup-Gründer. Und sie alle sagen: Programmieren lernen macht Spaß, öffnet die Augen und sorgt für hervorragende Berufschancen. Stimmt!

Liebe Grüße,
Ihr Jörg Schieb

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